Ghostwriting, Persönlichkeitsentwicklung & der innere Monolog

Innere Monolog Innerer Monolog Persönlichkeitsentwicklung

Ghostwriting und Persönlichkeitsentwicklung

Der Innere Monolog ist ein seltsames und zugleich unfassbar spannendes Phänomen der Sprachwissenschaft wie auch der Psychologie. Für mich ist er nciht nur ständiger Begleiter (wie wohl für jeden Menschen), sondern auch ein unfassbar hilfreiches Werkzeug in meiner täglichen Arbeit als Texter und Ghostwriter.

Ghostwriting oder ‘Das Schreiben “fremder” Texte’ erfordert einiger Voraussetzungen: Interesse für das Gegenüber, ein wenig Talent und regelmäßiger Input, um Ideen fließen lassen zu können. Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung sind hierbei besonders hilfreich. Sie regen an und aktivieren den Inneren Monolog – ein wirklich hilfreiches Werkzeug, um als Ghostwriter und Texter voranzukommen.

Vorbemerkung

Ich habe den folgenden Beitrag bereits am 30.01.2017 geschrieben. Die Veröffentlichung zog sich aus dem Grund, dass die Thematik bereits Ende Januar nach mehreren Beiträgen schrie und ich diese erst fertig haben wollte. … Heute meine ich, es wäre anders auch gut gewesen. 😉

“Da muss man sich halt mal drauf einlassen”

Am 29.01.2017 besuchte ich in Hanau die „Masterclass of Personality“ der Tobias Beck University. Hierzu hatte ich mehrere Denkansätze, die noch vor Seminarbeginn mein Hirn fluteten:

1. Es werden 500 Leute anwesend sein, die keine Bedenken haben, sich grenzenlos zur Feile zu machen, da es sich um einen „Motivationsworkshop“ handelt und auf eben solchen seltsame Dinge geschehen.

2. Tobias Beck war mir aus den Medien als Top-Redner und Trainer für ‘High-Potential’ – Präsentationen bekannt. Es kann also kein Unsinn werden.

3. Ich muss mich komplett auf alles einlassen, was dort kommt. Ansonsten werde ich aus dem Seminar nichts, also wirklich gar nichts mitnehmen.

Erstmal ankommen

9.30 Uhr: Ich komme im Congress Center Hanau an und werde, wie alle anderen auch, mit High Fives überschüttet und herzlichst(tttt) empfangen. Dazu kommt, dass ein Trainerkollege der Tobias-Beck-Crew zugestoßen war und mich laut schreiend mit „NEEEEIN!!!! RALF FRIIIEDRIIIICH!!!!“ in den Arm nahm. Vor Ort kamen weitere Bekannte hinzu. – Familientreffen sozusagen. Nur ohne Tante Hilde und den ihrerseits als obligatorisch betrachteten „Bunten Teller“ zum Kaffeetrinken. („Bunter Teller“ ist die Sammelbezeichnung für eine vorgefertigte Auswahl an Sahne- und Kuchenstücken auf einem Tablett. – Ich hasse das Zeug, aber auf meinen Antrag, „Bunte Teller“ zu verbannen, wurde bisher nicht reagiert. … Ich stelle den Antrag zwei Mal im Jahr seit 1991 und bin nicht bereit, aufzugeben.)

10.00 Uhr: Der Saal ist gefüllt, basslastige, elektronische Musik spielt, alle werden aufgeheizt.

10.10 Uhr: Sinnbefreites Partymachen zu rhythmischer Sportgymnastik und lauten Beats. Meine Sitznachbarn verlassen entnervt den Workshop. Find ich spannend: Die beiden sahen schon aus wie: „Ach du Schei*e! Dat is’ ne Sekte hier! Alle bekloppt.“ – Währenddessen schaute „sie“ immer wieder zu mir rüber, während ich erfolglos versuchte, ihr einen High Five anzubieten. „Er“ wusste nicht so richtig, was er machen soll: Mitmachen oder dem Fluchtversuch seiner Freundin folgen. … Er entschied sich trotz inneren Konflikts für „Tor 2“.

10.15 Uhr: Tobias Beck beginnt das Seminar. Ab jetzt ist klar: Wer sich auf positive Energien und das katapultartige Verlassen seiner Komfortzone nicht einlassen kann, wird hier nicht bestehen. Ich spreche mit meinem Inneren: „Lass einfach los! Hüpfen. Springen. Zuhören. – Die wissen, was sie machen.“ Dazwischen: Übungen. Komfortzone verlassen. Monolog nach innen: „Eigentlich ganz geil!“

Mutige Frau

12.15 Uhr: Eine junge Frau von 1,55m Größe betritt kichernd die Bühne. Melanie. Melanie ist Seminarteilnehmerin und erzählt in 30 Sekunden, inwiefern sie sich beruflich verändern möchte. – Sie hat vor, als Coach für Persönlichkeitsentwicklung auf dem Markt Fuß zu fassen. Derzeit arbeitet sie als Lageristin. Sie hasst ihren Job, macht ihn aber, weil ihr immer erzählt wurde, sie sei wertlos und dumm. Deshalb hat sie ihn erlernt und bisher nicht verlassen. Das wird sich nun ändern. – 500 Leute (minus jene, die bereits gegangen waren) applaudieren und bejubeln sie. Melanie ist überwältigt. (Im Laufe des Tages wird sie drei Jobangebote erhalten, von vielen, ihre fremden Menschen Lob für ihren Mut ausgesprochen bekommen und sehr(!) viel umarmt werden.)

14.00 Uhr: Mittagspause. Mir ist klar: Geile Entscheidung. Was auch immer noch passieren wird, spielt keine Rolle. Ich habe großartige Menschen kennen- und fühlen gelernt. Emotionen schwappen über.

Pause – nur nicht für den inneren Monolog

14.15 Uhr: Pausengespräche. Manche gehen, manche meckern. Viele sind positiv beeindruckt. Ich netzwerke und mache Kontakte, die ich seit Wochen suche. Völlig absurd, aber geil. Man kann den Leuten ansehen, was sie denken und fühlen. Du erkennst die Zweifler, die Mitmacher, die Partner, die nicht gehen, weil sie nicht „dürfen“. Es sind einige dabei, die nur bleiben, weil sie Geld bezahlt haben. Mir wird klar, was Tobias meinte, als er sagte: „Von 500 Leuten im Raum werden nach dem Seminar nur 10% wirklich etwas ändern.“ Zwischenzeitlich: Übungen. Übungen. Übungen. Power-Rufe. Motivation. Emotionen. Wer bis jetzt nicht mindestens ein Mal geweint hat oder kurz davorstand, ist nicht dabei. Weinen aus Trauer, Freude, Überwältigung und/oder krassen Energien. Klingt esoterisch, ist es aber nicht. – Man beobachtet Menschen, die ihre „Masken“ fallen lassen und sich gegenseitig unterstützen. Einfach so. Mir wird erneut bewusst: Drauf einlassen, hilft.

Veränderungen erfordern Mut

19.00 Uhr: Seminarende. Ich gehe raus und kaufe Weiterbildungsmaterial. An der Garderobe treffe ich meine neuen Bekannten. Mit jenen, die ich noch nicht fragen konnte, tausche ich Visitenkarten. Wir bleiben in Kontakt, um auf unternehmerischer Basis zu netzwerken. Was der Innere Monolog hiermit zu tun hatte? – Stell dir vor, du sitzt zwischen 500 anderen und du darfst dich zwischen mehreren Gruppen entscheiden: Zweifler, Kritiker, „Ist mir egal“-Sager, Mitläufer, Unterstützer. Ohne, dass du den Kontext kennst. Für welche Gruppe würdest du dich entscheiden? – In diesem Workshop habe ich (unter anderem) eines begriffen: Solange ich mit der immer wieder gepredigten „Vorsicht“ und dem als großartig gepriesenen „Kritischen Blick“ an eine Sache herangehe, wird sich GAR NICHTS verändern.

Diesen “Kritischen Blick” abzulegen ist nicht naiv. Es bedeutet viel mehr, einen negativen Glaubenssatz abzulegen, nämlich, dass jedem von uns stets Schlechtes widerfahren könne; und Glaubenssätze abzulegen heißt, seine Komfortzone zu verlassen. Komfortzonen zu verlassen ist schwer. Sehr schwer sogar. Es erfordert Mut. Ich glaube, dass ich nur selten in meinem Leben bewusst so mutig war wie in diesem Workshop. (Wir haben wirklich absurde Übungen gemacht, die auch mich an den Rand meiner emotionalen Stärke trieben…) Doch mein stetig währender Innerer Monolog, „Lass dich drauf ein!“; „Die wissen, was sie machen!“; „Verstehe die Übung und vertraue den Leuten!“, hat mich bestärkt.

Was der Innere Monolog damit zu tun hatte

30.01.2017: Seit 4.39 Uhr liege ich wach. Kopf an. Herz an. Körper an. …. Logischer Schritt: Rechner an. 😉 … Ich kann dir hier leider nur einen Abriss meines Sonntags geben. Allerdings möchte ich die Kernbotschaft gern wiederholen: Die Kommunikation nach innen ist wichtig. Sie definiert deine, meine, unsere Handlungen, unsere Wirkungsweisen und unser Schaffen. Immer. Lerne den Inneren Monolog als Werkzeug zu nutzen. Es lohnt sich.